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Ich als Experte für den Kampfsport sah mich einmal mehr gezwungen, einen unsportlichen Blog über die Prügelknaben des Mixed Martial Arts zu verfassen. Es wäre nun einfach, Conor McGregor den neusten Kandidaten für die unsportlich Hall of Shame in die Mangel zu nehmen – aber wozu? Alle kennen ihn, alle hassen oder lieben ihn und niemand braucht hierfür noch eine zusätzliche Hasstirade von meiner Seite. Auf Google wird jeder hierzu fündig. Nein. Um etwas Blut auf das unbefleckte Tableau der Schweizer Sportlandschaft zu bringen, nehme ich einen Neuling der UFC etwas genauer unter die Lupe. Die Rede ist von Greg Hardy. Tribun dürfte Greg Hardy allenfalls aus seiner American Football Karriere bekannt sein. Als Defensive end räumte dieser in jüngeren Jahren bei den Dallas Cowboys hinten die Spieler wie Kegel auf der Bowling Bahn ab. Er dachte sich wohl, wieso nicht gleich die Kegel einzeln in einem Ring 3x fünf Minuten lang zu Tode prügeln? Oder genauer gesagt, in der ersten Runde gleich platt walzen?!

Anders als jeder normale MMA Fighter hatte Greg Hardy bei seinem MMA Debut absolut keine Ahnung vom Kampf – mit Ausnahme vielleicht, wie die eigene ex-Freundin verkloppt werden kann, aber das ist eine Story für ein anderes Mal. Ein blutiger Anfänger, was den Kampf im Oktagon angeht, mähte er seine Gegner allerdings unerwartet wie ein tobsüchtiger Stier nieder. Als Amateurkämpfer gingen seine drei Kämpfe jeweils in der ersten Runde nach 14, 32 und 96 Sekunden bereits zu Ende. Alle durch KO. Schnell liebäugelte Dana White, Präsident der Ultimate Fighting Championship (UFC), mit dem Bulldozer. So war dieser kein halbes Jahr nach seinem ersten Kampf bereits als professioneller MMA Kämpfer in der „Dana White’s Tuesday Night Contender Series“ aufgeboten. Und siehe da, auch dort kann der Rasen hervorragend gemäht werden. Niedergemäht. Seine drei Profikämpfe beendete Hardy in etwas mehr als 3 Minuten. Also alles KOs in der ersten Runde. Selten fielen die Gegner schneller. Selten war ein Aufstieg schneller und selten ist ein Arbeitstag kürzer. Greg Hardy war der nächste grosse Prospect!

Am 19. Januar 2019 kam es dann schliesslich zu seinem UFC Debut. Als Wettfavorit mit einer Quote von -475 zu +420 wurde dieser als klarer Favorit gehandelt. Der Kampf ging rasant los, in Bulldozer-Manier, wie von Greg Hardy nicht anders zu erwarten. Die Kommentatoren meinten noch zu Beginn des Kampfes: „Die Score-Karten der Richter wird es für diesen Kampf wohl nicht brauchen“ (da Greg Hardy bekanntlich seine Gegner in der ersten Runde dahin schickt, wo die farbigen Tiere von Alice im Wunderland umherhüpfen). Für Einmal kam es jedoch anders. Allen Crowder ein Kämpfer der bereits zwei Jahre vor Hardy sein Debut in der UFC machte und in der Vergangenheit 9 von 14 Mal den Ring siegreich verlassen konnte, leistete mehr Gegenwehr – was nicht heissen soll, dass Hardy den Kampf nicht fast erneut in den ersten 15 Sekunden beendete. Trotz seiner Walztaktik oder auch Ski-Pisten-Fahrzeug-taktik genannt, fanden sich die Kämpfer in Runde zwei von drei wieder. Greg Hardy war klar die dominantere Figur, seine Unerfahrenheit im Ring wurde ihm allerdings zum Verhängnis. Nach 2 Minuten und 28 Sekunden hatte Hardy seinen Gegner da, wo er ihn haben wollte; Auf dem Boden kniend, sodass er ihn mit Schlägen nur noch hätte eindecken müssen. Aber Nein. Mit einem gezielten Knie an die Schläfe, was eines der wenigen Tabus im MMA-Sport darstellt, katapultierte Hardy seinen Gegner ins Schlaraffenland. Ein Aufschrei ging durch die Menge. Der Schiedsrichter, Dan Miragliotta, war entsetzt. Selten fielen die Gegner schneller. Selten war ein Aufstieg schneller und selten war ein Knock-out illegaler. Crowder konnte seinen Kampf nicht fortführen, Hardy verlor den Kampf durch Disqualifikation und wurde von der Menge buhend aus dem Stadion begleitet. Die Karriere zu Ende? Nö. MMA ist schliesslich kein Ponyhof. Wer sehen will, ob Greg Hardy seine Karriere als Bulldozer trotz diesem Vorfall ungebremst fortführen wird, kann dies am 28. April in der UFC Fight Night tun. Ich lasse mir dieses Spektakel natürlich nicht entgehen, auch wenn es allenfalls ein Kurzes wird.

Peace and Love – Ruulo

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